AFP-L3% Test
AFP-L3% - Der Test
AFP ist ein Glykoprotein mit einer komplexen Kohlenhydratkette pro Molekül. Mittels Affinitätselektrophorese mit dem Lektin Lens culinaris Agglutinin (LCA) lässt sich AFP in die drei Varianten L1, L2 und L3 fraktionieren. AFP-L1 mit der schwächsten Affinität zu LCA ist die vorherrschende Fraktion in Patienten mit nicht-malignen Lebererkrankungen wie der chronischen Hepatitis oder der Leberzirrhose. AFP-L3 weist eine zusätzliche α 1-6-Fukoseeinheit am reduzierenden Ende eines N-Acetylglukosamins auf. Auf dieser Modifikation beruht die hohe Affinität dieser Isoform zum LCA.

Schematische Struktur des AFP-L3%
AFP-L3% ist der Anteil an AFP-L3 zum Gesamt-AFP in Prozent. In Japan wird AFP-L3% seit Jahren als Tumormarker für das HCC in der Routine eingesetzt. Seit einigen Jahren ist AFP-L3% in den USA von der FDA als Marker für die Risikoabschätzung der HCC-Entstehung zugelassen. Ferner ist dieser Test CE-gekennzeichnet.
Kürzlich wurde ein neuer hochsensitiver Immunoassay für AFP-L3 entwickelt. Eine erste Studie mit dieser verbesserten Messtechnik verglich 295 HCC-Patienten mit 350 Patienten mit chronischer Hepatitis oder Zirrhose (Tamura et al. Dig Dis Sci 2010). Wie in unten stehender Tabelle zu sehen ist, zeigte AFP-L3% eine gute Sensitivität bei hoher Spezifität.
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Diagnostische Parameter von AFP-L3% versus AFP |
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| AFP-L3% | AFP | |
| Schwellenwert | 7% | 200 ng/ml |
| Sensitivität | 60% | 34% |
| Spezifität | 90% | 98% |
| Positiver prädiktiver Wert | 84% | 93% |
| Negativer prädiktiver Wert | 73% | 64% |
In dieser Studie war die Sensitivität von AFP-L3% mit 41% insbesondere bei Patienten mit niedrigen AFP-Konzentrationen (<20 ng/ml) gut. AFP-L3% könnte somit einen Erkennungstest für HCC in frühen Stadien, bei denen noch kurative Behandlungsoptionen bestehen, darstellen.
Erhöhte AFP-L3%-Werte vor und nach Therapie des HCC wurden in vielen Untersuchungen mit der Überlebenszeit und Rezidivrate verglichen. So ermittelten Okuda et al. 1999 eine deutlich längere Überlebenszeit verbunden mit geringerer Rezidivrate bei negativen AFP-L3%-Werten nach Behandlung von 130 Patienten zumeist durch Resektion.

Rezidivrate und Überlebenszeit in Abhängigkeit vom AFP-L3%-Wert nach Therapie
In einer anderen Studie durch Aoyagi et al. 1998 mit 112 HCC-Patienten zeigte sich, dass der Fukosilierungsindex (gleichbedeutend mit AFP-L3%) vor Therapiebeginn einen unabhängigen prognostischen Faktor darstellt. Die Autoren diskutierten hierbei über Konsequenzen für die Therapie abhängig von dem AFP-L3%-Ergebnis.
Erhöhte AFP-L3%-Werte weisen auf Tumore mit erhöhtem malignem Potential hin. Eine Untersuchung verglich AFP-L3%-Werte aus Serum von 48 Patienten mit pathologischen Befunden von wenig später operativ entferntem Tumorgewebe. Proben aus AFP-L3% positiven Patienten färbten signifikant stärker immunhistochemisch mit Ki67-Antikörpern, was auf eine erhöhte Proliferationsrate hindeutet. Eine verminderte Färbung mit α-Catenin wurde als Zeichen für die erhöhte Metastasierungsfähigkeit von AFP-L3%-positiven Tumoren diskutiert.
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AFP-L3% - Bestellung
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